Freitag, 28. Juni 2013

Weinrallye # 64 - Gastbeitrag von Barbara "Rheingauer Leichtsinn"

Barbara, besser bekannt als "Cantate",  ist den Freunden des 180°-Adventskalenders noch durch ihr unvergessliches Türchen mit Campino und der Trompete bekannt. Zu unserer großen Freude hat sie uns für heute ihr sommerlichen Prickeln geschickt.


Prickelndes für den Sommer wird verlangt? Ich hätte da „Blumengießwasser“ im Angebot ;-)

Sowohl für Sommer als auch für Prickel gibt’s ja unterschiedlich Assoziationen.
Natürlich ist bei den großen events, wie zB eine Hochzeit oder ein runder Geburtstag, der große Winzersekt oder gar Champagner gefragt. Sommer im Park, alle Gäste froh gelaunt, Gläser in der Hand – nunja, da sieht man in der Hälfte der Gläser eine eher undurchsichtige gelbe Brühe … „ach nein, bei der Hitze/ich muss noch fahren/um diese Uhrzeit ...“ wird der gute Sekt mit O-Saft gestreckt. Das wirkt auf mich immer ein bisschen so, als könne man sich dann auch gleich Orangenlimonade ins Glas schütten. Zum mixen find ich guten Sekt irgendwie zu schade.

Ich trink Sekt, brut oder extra brut, sehr gerne, aber für die weniger großen oder wichtigen Ereignisse tuts dann auch der kleine Bruder, der Perlwein. Leider hat er einen miesen Ruf  (jetzt bloß nicht in Münchner Schickeria-Slang „aan Prrroseecco“ sagen!) und das meiste,was im Supermarkt an „Prosecco“ angeboten wird, erinnert wirklich mehr an Limo als an was, das mit Wein zu tun hat..
Aber so im Sommer, im Hof/im Garten/auf der Terrasse/dem Balkon sitzen nach des Tages Hitze, etwas trinken das einem nicht gleich die Birne zuballert, ist einfach entspannter..... und da bietet sich durchaus das mixen an, wer kennt nicht den berühmten Kir (nicht royal!): Weißwein mit Cassis?
Bei mir gibt es dann „Leichtsinn“,
ein Perlwein aus Rheingauer Riesling, zusammen gestellt und vermarktet von einer Jungwinzergruppe … naja, den Leichtsinn gibt’s schon ne zeitlang und  auch die ehemaligen Jungwinzer sind inzwischen gestandene Damen und Herren ihres Fachs; aber die Herstellung des Leichtsinns verfolgen sie zum Glück weiterhin.



Bei meiner Lieblingsstraußwirtschaft gibt’s im Sommer Leichtsinn mit Maracujasaft – ein wunderbar leichtes Sommervergnügen, quasi als Aperitif, als Auftakt für folgende „ernsthafte“ Genüsse.
Wenn dir bei Tanja im Hof der erste Schluck Maracula-Leichtsinn über die Zunge perlt, dann ist Sommer!

Zuhause mixe ich mir gerne einen „Leicht-Kir“ : schwarzer Johannisbeersaft oder -nektar mit Leichtsinn, Verhältnis ungefähr halbe-halbe, natürlich gut gekühlt, find ich ebenfalls leichter und sommerlicher als das Original mit Likör ….

…..und was hat es nun mit dem „Blumenwasser“ auf sich?

Wir waren als Musiker-Quartett geladen im Städtchen bei einer Rosentaufe zu spielen, sowas kannte ich vorher auch noch nicht. Ein wunderbarer Sommerabend im Burghof , es gab Klassische Musik von uns, dazwischen die obligatorischen Reden sehr offizieller ernster Herren. Der Bürgermeister freute sich, dass in seiner Stadt ein solch bedeutendes Ereignis stattfand, der Präsident des Rosenzüchterverbandes  sprach von der hehren kulturellen Bedeutung der Rosenzucht und der Züchter ebender zu taufenden neuen Sorte von den Schwierigkeiten auf dem Weg dahin. Schließlich trat die örtliche Weinkönigin auf, um der so lang so gelobten neuen Rosensorte ihren Namen zu geben. Analog zu Gleichem bei Schiffen zerdepperte sie aber keine Schampusflasche am Blumentopf, sondern begoss das Pflänzchen mit einem kräftigen Schluck – ja eben – Leichtsinn.
Das Blümchen sah nicht so aus, als ob es daraufhin eingehen wollte ….

Kommentare:

  1. Cool, ich kenne mal einen Wein, den ihr vorstellt - und mehr noch: Ich habe ihn sogar im Regal! Hatte ich extra für meinen Geburtstag gekauft, bislang aber nur eine Flasche getrunken.

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